Permakultur Akademie
Permakultur Institut e.V.
Im Garten 11
51503 Hoffnungsthal
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Now! Die 11. European Permaculture Convergence

Eindrücke vom großen Permakultur Treffen in Escherode im August 2012. Über 240 Menschen aus der ganzen Welt waren dabei beim großen Permakultur Happening bei den gASTWERKen. Es war wunderbar! Ein Bericht von Judit Bartel

EuPC2012Kein Kontinent blieb leer, als am ersten Abend im Zirkuszelt alle Anwesenden sich auf einer imaginären Weltkarte genau dorthin stellten, wo sie herkamen. Bezogen auf Europa konnten wir gemeinsam feststellen, dass aus fast jedem europäischen Land Menschen gekommen waren, um an der 11. Europäischen Permakultur Convergenz (EUPC) teilzunehmen. Über anderthalb Jahre hinweg erträumt und von vielen Menschen mit Begeisterung und Enthusiasmus vorbereitet, war an diesem ersten Abend schon spürbar, dass dieses Treffen für alle 240 TeilnehmerInnen etwas Besonderes werden sollte.

Das deutsche Vorbereitungsteam dieses zweijährlich stattfindenden Treffens hatte sich dafür entschieden, diese Convergenz zu einer Begegnung des europäischen Permakultur Netzwerkes mit befreundeten „Nebenan-Netzwerken“ werden zu lassen. So waren neben den Permakultur AktivistInnen VertreterInnen der Transition Town Initiativen, des Global Ecovillage Network, der Gemeinwohlökonomie, der Tiefenökologie, der Wildnisschulen und des Dragon Dreaming vom 31.7. bis 5.8. nach Escherode in der Nähe von Kassel gekommen. Unter dem Motto „Now!“ fand der Austausch darüber statt, welche konkreten Ansätze es in den einzelnen Netzwerken gibt für eine zukunftsfähige Umgestaltung unserer gegenwärtigen Wirklichkeit. Im Zentrum des Austauschs standen die drei ethischen Prinzipien der Permakultur: Sorge für die Erde, Sorge für die Menschen und Gerechtes Teilen aller Ressourcen. Darin klingen die drei Dimensionen der Nachhaltigkeit an: Ökologie, Soziales, Ökonomie. Statt jedoch vom vielzitierten Dreieck der Nachhaltigkeit zu sprechen, in der sich dann letztlich doch alles der ökonomischen Logik unterordnen muss, geht die Permakultur davon aus, dass sich die wirtschaftliche Aktivität eines Bereiches (Ökonomie) nur innerhalb der unverrückbaren Leitplanken von Menschenrechten (Soziales) und begrenzten ökologischen Ressourcen (Ökologie) entfalten kann. Welche konkreten Lösungsansätze und erfolgreichen Praktiken Permakultur und unsere Nebenan-Netzwerke in den einzelnen Bereichen entwickelt haben, wollten wir auf diesem Treffen erkunden.

Gestaltung des Veranstaltungsortes

Die gAstwerke, eine Gemeinschaft in der Nähe von Kassel, hatte sich bereit erklärt - Gast- und Platzgeber für die EUPC zu werden. Die Herausforderung für das Vorbereitungsteam bestand darin, mehrere Wiesen am Waldrand in ein funktionierendes Camp zu verwandeln. Entstanden ist eine kleine Festival-Landschaft mit sechs verschiedenen Veranstaltungsorten unterschiedlichen Charakters - vom großen Zirkuszelt über verschiedene mittlere und kleinere Zelte bis hin zu den „Wise Woods“ - einem geschützten Sitzkreis unter dem offenen Blätterdach des Waldes.

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Ganz im Sinn der Permakultur wurden im Vorfeld Strukturen geplant und gebaut, die nach dem Event wieder abgebaut wurden und solche, die die dort lebende Gemeinschaft weiter nutzen kann und will. Dabei kamen die vor Ort vorhandenen Ressourcen zum Einsatz. So wurden z.B. die gebogenen Holz-Leimbinder, die einmal die Folie eines großen Polytunnel-Gewächshauses getragen hatten, zu einer Sommerküche mit muschelförmigen Dach und einer coolen Bar verbaut. In eins der Glasgewächshäuser, die nur im Frühjahr für die Pflanzenanzucht gebraucht werden, wurden Duschen gebaut, die man entfernen aber für das nächste größere Sommercamp wieder einbauen kann. Ein sehr umsichtiges Wegedesign und Klarheit, welche Flächen privat und welche zugänglich sind, schafften gute Voraussetzungen für die Koexistenz von Gemeinschaftsleben und Großevent.

Und natürlich wollten wir die Ressourcen, die wir mitbringen, nicht als Problemmüll da lassen, sondern als Schatz für alles dort Wachsende. Daher gab es Komposttoiletten, deren Inhalt Roland Wolf in Terra Preta verwandeln  möchte. Weitere Bestandteile der permakulturellen Infrastruktur waren z.B. die Hot Pots für die Warmwasserbereitung. Mein persönlicher Favorit war der Lagerfeuerplatz - auf der einen Hälfte eingefasst mit einer Grassitzbank, dessen Rückseite - nach Süden ausgerichtet - als Hügelbeet fungierte mit  allerlei Gemüse und Blumen und das gleichzeitig Windschutz für die Lagerfeuergäste bot. Umgesetzt wurde all das im Rahmen mehrerer Aufbaucamps und durch die Tatkraft der 40 TeilnehmerInnen an der vorgeschalteten Sommerakademie der Permakultur Akademie. Für sie war das gleichzeitig Gelegenheit, praktische Erfahrungen in der Umsetzung permakultureller Lösungen zu sammeln.

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Keynote-Speeches

Sieben sogenannte Keynote-Speeches waren die inhaltlichen Highlights des Treffens.

Declan Kennedy, der zusammen mit seiner Frau Margrit vor 30 Jahren Permakultur nach Deutschland gebracht und bekannt gemacht hatte, hielt am Mittwoch Vormittag die Eröffnungsrede. Darin nahm er das Publikum mit zurück in die Tage, als der Australier Bill Mollison, einer der Urheber der Permakultur, zum ersten Mal seine neuen lösungsorientierten Ansätze in Europa vorstellte. In bildhaften Worten beschrieb er, wie Mollison mit seiner eigenen, kaum zu bremsenden Begeisterung über seine Konzepte in einem dreiwöchigen Intensivprogramm auch alle Anwesenden damit infizierte. Diese gingen daraufhin eifrig daran, die neuen Ideen selbst umzusetzen und weiter zu verbreiten. Als einer der Pioniere der Permakultur teilte Declan Kennedy mit uns seine Freude über die vielen kulturkreativen Bewegungen, die sich immer mehr vernetzen, um gemeinsam den notwendigen Wandel in unserer Gesellschaft voranzubringen. Dass auch dieses Treffen ganz in diesem Sinne stattfinden sollte, beglückwünschte er als genau das Richtige für die heutige Zeit!

Auf diese flammende Eröffnungsrede, bei der das Publikum mit einem argentinischen Stehtanz noch zusätzlich in Schwung kam, folgten kurze Einführungsworkshops in die Ansätze und Themen der mit eingeladenen Netzwerke.

Am Abend gab es dann einen gemeinsamen Vortrag von Shelley Sacks, Künstlerin und Beuys-Schülerin, und Hildegart Kurt, Kulturwissenschaftlerin, zu der Frage, wie wir unsere Fähigkeit kultivieren können, in uns Bilder von einer anderen Zukunft zu erschaffen und diese dann auch in die Welt zu bringen.

Am Donnerstag vormittag machte John Croft uns mit den Grundzügen des Dragon Dreamings bekannt, eines Ansatzes, um erfolgreiche, nachhaltige und lebendige Projekte zu verwirklichen. Er zeigte auf, wie Dragon Dreaming aus der Permakultur, der Tiefenökologie und Forschungen zu den Erfolgsbedingungen von Projekten in Westaustralien entwickelt wurde. Es wurde deutlich, wie die Phasen des Träumens, Planens, Handelns und Wertschätzens gängige Dichotomien überwinden, wie die von Kopf versus Körper, von Individuum versus Umwelt und von Rational versus Emotional und somit auch eine Vielfalt an Menschen mit ihren jeweiligen Stärken in einem Projekt ihren Platz finden können.

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Nach einem Spiel, dass allen Teilnehmenden die Funktionsweise unseres derzeitigen Geldsystems vor Augen führte, machte uns Margrit Kennedy unter dem Titel „Occupy Money“ mit einem Konstruktionsfehler unseres derzeitigen Geld- und Finanzsystems vertraut. Sicher ist den meisten bewusst, dass Zins und Zinseszins dafür sorgen, dass Vermögende noch mehr Vermögen anhäufen können.  Was hat das aber mit mir zu tun, solange ich keine Schulden mache?

Kennedy zeigte auf, dass in dem Preis für jedes Ding, das wir kaufen, durchschnittlich 30 bis 40 Prozent Zinsen enthalten sind. Das heißt, dass die ärmeren 80 Prozent der deutschen Bevölkerung mehr als doppelt soviele Zinsen zahlen, als sie einnehmen, wohingegen nur die reichsten 10 Prozent mehr Zinsen bekommen, als sie zahlen. Neben dieser beständigen Umverteilung von arm zu reich wird auch beständig Geld umverteilt von den (verschuldeten) Staatshaushalten in den Privatsektor. Während noch 1973 Frankreich von der eigenen Staatsbank zinsfreie Kredite erhalten hat, wurde in den Lissaboner Verträgen festgelegt, dass sich Staaten Geld von Privatbanken leihen müssen. Für Kennedy ist diese Veränderung ein Resultat neoliberaler Wirtschaftsansätze. Nach diesem Problemaufriss stellte Kennedy beispielhaft bereits praktizierte Lösungsansätze vor - seien es regionale Komplementärwährungen, Währungen für spezifische Zwecke - wie etwa der Pflege - oder Zusammenschlüsse mittelständischer Unternehmen mit eigenem - zinsfreien - Verrechnungssystem. Allen Zuhörenden wurde deutlich, dass Geld ein Werkzeug ist - eine Maßeinheit für Güter unterschiedlichen Wertes - und dass es an uns ist, das Werkzeug so zu gestalten, dass es unseren Bedürfnissen dient.

Ebenfalls die ökonomische Sphäre im Blick hat Christian Felber, der am Samstag Vormittag in einem sehr klar strukturierten Vortrag den von ihm mitentwickelten Ansatz der Gemeinwohlökonomie vorstellte. Was ich daraus mitnahm: Die Werte, die unser Zusammenleben gelingen lassen, werden von unserer Art des Wirtschaftens nicht unterstützt. Geht es in ersterem um Vertrauen, Ehrlichkeit, Wertschätzung, Kooperation, so werden in der ökonomischen Sphäre durch die Kombination von Gewinnstreben und Konkurrenz Verhaltensweisen wie Egoismus, Gier und Rücksichtslosigkeit befördert. Die üblichen Bilanzen bilden nicht ab, ob ein Unternehmen oder die Wirtschaft eines Landes das Gemeinwohl fördern - ob also z.B. die Umwelt geschont und regeneriert wird und ob sich die Menschen mit ihren Arbeits- und Lebensbedingungen wohl fühlen. Felber schlägt vor, die üblichen Wirtschaftsbilanzen durch eine Gemeinwohlbilanz zu ersetzen und die Indikatoren, mit denen dieses Gemeinwohl gemessen werden soll, sollen jeweils regional und partizipativ von der Bevölkerung vereinbart werden. Im letzten Jahr haben bereits 100 Unternehmen eine Gemeinwohlbilanz erstellt und damit die Praxistauglichkeit dieses Konzepts unter Beweis gestellt.

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Mit großer Begeisterung aufgenommen wurde Andy Goldrings Vorstellung des LAND Projekts der britischen Permakultur Assoziation, die ich selbst aber leider verpasste. Seit 2009 werden mit der Förderung einer Lotterie-Stiftung Demonstrationszentren für permakulturelle lokale Nahrungsproduktion und ökologisch sinnvolle Landnutzung aufgebaut. Mittlerweile zeigen schon 50 solcher Zentren in ganz Großbritannien, wie Permakultur ganz praktisch aussehen kann. Auf vielen kleinen lokalen Märkten werden die vor Ort produzierten Lebensmittel und Pflanzen verkauft. Auf diese Weise wird Permakultur ganz bodenständig bekannt gemacht. Der Funke der Begeisterung ist auf einige im deutschen Permakultur Netzwerk übergesprungen und ich hörte nicht nur einmal: „Lasst uns hier in Deutschland auch so etwas wie das LAND Projekt auf die Beine stellen!“

Während ich gerade das Bedrucken mitgebrachter T-Shirts koordinierte, stellten Davie Philipps und Gerd Wessling unter dem schönen Titel „Auf den Wellen des Wandels reiten“ die internationale Transition Bewegung vor. In Transition Town Initiativen schließen sich Menschen zusammen, die ihre Stadt, ihren Stadteil oder ihre Gemeinde für die Zeit nach dem Ende des billigen Erdöls widerstandsfähig (resilient) machen wollen und die Versorgung ihrer Stadt mit z.B. Nahrung, Energie, Wasser wieder auf möglichst lokaler Ebene organisieren wollen.

Der Reigen der Keynote-Speeches wurde am Samstag Abend abgeschlossen mit dem gemeinsamen Beitrag von Kosha Joubert, Forscherin zu Formen kollektiver Weisheit und Vorsitzende des Global Ecovillage Networks Europe, und ihrem Partner Robin Alfred, Berater für Organisationen und Gemeinschaften. Während Kosha Joubert ihre Erfahrungen mit uns teilte, zukunftsfähige Lebensstile und -orte im Netzwerk der Ökodörfer und Gemeinschaften voranzubringen, sprach Robin Alfred über Aspekte gelingender Führung in Gemeinschafts- und Gruppenkontexten. Hierfür nutzte er die von Shakespeare verarbeitete Geschichte König Heinrichs V. Meine anfänglichen Zweifel, ob man aus der Kriegs-Geschichte eines Feldherrn vor der entscheidenden Schlacht Aspekte gelingender Führung für friedliche Kontexte destillieren kann, traten in den Hintergrund, je länger ich Robin Alfreds schlüssigen, humorvollen, anschaulichen und spannenden Ausführungen zuhörte. In Erinnerung blieb mir, wie wichtig es ist, immer wieder alle Beteiligten mit der großen Vision des ganzen Projekts zu verbinden, so dass sie ihr eigenes - ihnen möglicherweise nichtig erscheinendes - Tun als Beitrag zu dieser gemeinsamen Vision verstehen können. Eindrücklich an Kosha Jouberts Ausführungen war für mich, wie wichtig für sie der Kontakt zwischen Ökodörfern des globalen Nordens und Südens ist, dass vieles, worum sich Projekte im Norden bemühen - eine größere Selbstversorgung mit eigenen Lebensmitteln etwa - für Ökodörfer im Süden selbstverständlich ist und wie wichtig es gleichzeitig für diese ist, genau dafür Wertschätzung und Respekt von uns aus dem Norden zu erfahren.

 

Eigendynamik und Selbstorganisation

Während das Programm mit seinen sechs parallel laufenden Strängen an Workshops und Inputs für die ersten Tage detailliert vorab geplant war, waren v.a. an den letzten beiden Tagen immer häufiger die Wörter „Open Space“ im Programm zu lesen. Diese offenen Räume wurden dann adhoc gefüllt. Jeden Tag hing eine aktualisierte Version des Programms aus, die vom Orgateam in der einen oder anderen Nachtschicht erstellt worden war. Am Freitag Nachmittag gab es dann eine Zusammenkunft im großen Zirkuszelt, auf der das Orgateam den Stand der einzelnen Arbeitsgruppenstränge und das Programm für Samstag vorstellte. In dieses Programm sind die während der Tage neu hinzugekommenen Wünsche und Ideen der Teilnehmenden eingeflossen. So gelang es, das Potential zu nutzen, dass sich in der Gruppe während der gemeinsamen Zeit gebildet hat, und es wurde Freiraum gelassen für Eigendynamik und Selbstorgansiation - zentrale Eigenschaften lebendiger Systeme. Diese Art der Programmplanung ist mir von anderen kleineren Permakultur Treffen vertraut. Mich hat jedoch beeindruckt, wie die Verantwortlichen eine Form gefunden haben, dieses Vorgehen bei einem so großen Treffen zu praktizieren. Das Gleiche gilt für die Organisation der Subsistenztätigkeiten auf dem Treffen. Beim täglichen Plenum wurden die anstehenden Aufgaben verteilt: Unterstützung für die Küche, Putzen und Sauberhalten von Duschen, Urinalen und Komposttoiletten, Anheizen der Hot Pots für Warmwasser, Kinderbetreuung usw. Das Permakultur Netzwerk scheint mittlerweile geübt darin zu sein, lebendige Prozesse unter der Beteiligung aller zu strukturieren und zu moderieren! Ist das dann chaordisch? Immer genau soviel Struktur wie nötig und soviel Offenheit wie möglich und sinnvoll?

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Public Day und Kassel Wandeltag

Samstag, der vorletzte Tag, war Besuchertag. Circa 100 Interessierte aus der Umgebung kamen, schlenderten an den Marktständen mit Saatgut, Kräuterprodukten und bedruckten T-Shirts vorbei und nahmen an einer Führung zu Permakultur auf dem Gelände teil. Beim Abendessen gab es Gelegenheit, miteinander ins Gespräch zu kommen. Als mein Gesprächspartner mit dem Stichwort „Dragon Dreaming“ die Assoziation „Trecker träumen“ verband und sich fragte, ob die Pflanzen dann vielleicht besser wachsen, wurde mir mal wieder klar - wie weit entfernt wir uns doch vom sogenannten Mainstream der Gesellschaft bewegen. Da steht noch einiges an Übersetzungs- und Kommunikationsarbeit an, um Permakultur aus der netten kleinen Nische rauszuholen.

Einen Versuch dazu wagten wir am nächsten und letzten Tag, dem „Kassel Wandeltag“. Der Vorbereitungsgruppe für diesen Tag ging es darum, dass wir mit unserer öffentlichen Aktion in Kassel „eine Stimmung“ rüberbringen. Vielleicht die: Dass der Wandel hin zu einer langfristig lebenserhaltenden Gesellschaft eine spannende, freudige und vor allem kreative Sache sein kann. Nachdem wir uns auf einem Documenta-Veranstaltungsort mit den Leuten von „Essbare Stadt Kassel“ getroffen hatten und mit Blumenkränzen ausgestattet wurden, ging es mit bunten Transparenten, Getrommel und einem riesigen Ball aus Lumpen in Richtung Hauptbahnhof. Dort beschenkten wir die Passanten dann mit unseren Gaben - Kletten, an denen Stoffbänder mit frechen Sprüchen klebten oder Mini-Kräutertöpfe, hergestellt aus abgeschnittenen Tetrapaks. Hauptstation unseres Umzugs war das Friedrizianum, Zentrum der Documenta. Dort haben wir die zwei Beuys Eichen demonstrativ mit Kompost gedüngt. Wer uns begegnete hat sich wahrscheinlich des Hippie-Eindrucks nicht unbedingt erwehren können - unterstrichen durch die Blumenkränze in unseren Haaren... In mir wurde die Frage laut, wie  - auf welche Weise - wir Permakultur eigentlich in die Öffentlichkeit bringen wollen. Es scheint mir, dass es da noch ein weites Experimentierfeld gibt.

 

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Feiern und Wertschätzen

Seit das deutsche Permakultur Netzwerk vor vier Jahren mit John Croft und Dragon Dreaming in Berührung kam, ist uns bewusst, dass das Feiern und Wertschätzen häufig zu kurz kommt - wie sicher in vielen anderen Kontexten auch. Umso schöner war es, dass bei diesem Treffen gleich zu Beginn gefeiert wurde - nämlich all die Menschen, die im Vorfeld der Veranstaltung ihren ganzen Enthusiasmus, ihr Können und ihre Kraft in das Wirklich Werden dieses Traums von einem großen Permakultur Treffen gesteckt haben.

Das Feiern haben wir dann fortgesetzt - nicht zuletzt unterstützt dadurch, dass es schöne Plätze dafür gab - zwei gemütliche Feuerstellen und eine Bar mit toller Musik - und Sandstrand. Es wurde abends Musik gemacht und wir haben des Öfteren ausgelassen und ausgiebig getanzt - Tango, Merengue, Techno. Es gab Konzerte und an einem Abend eine wahnsinnig schöne Feuershow. Aber auch für die eher besinnlichen, innhaltenden Formen des Feierns gab es Gelegenheit. Gabi Bott aus dem Tiefenökologie Netzwerk tanzte mit uns auf einer großen Wiese im Abendlicht den Ulmentanz. Diesen Tanz hatte Joanna Macy mit Tschernobyl-Opfern getanzt, um ihnen Mut zu geben, über das Erlebte zu sprechen. Seither wird er immer an Vollmond auf der ganzen Erde getanzt, um das Leben und die Erde zu feiern.

Für mich persönlich war dieses Treffen ein wirklicher Höhepunkt in diesem Jahr. Danke an alle, die die EUPC das haben werden lassen, was sie war!

 

Judit Bartel (34) ist Erwachsenenpädagogin und Kulturanthropologin und u.a. im geschäftsführenden Team der Permakultur Akademie tätig. Sie dankt Johanna Häger und Ronny Müller für Teilbeiträge zum Artikel sowie Daniel Engstler für die Foto-Auswahl.

Der Film zur EuPC von Nana Yuriko auf Vimeo. hier anschauen

Keynote-Speeches und Workshops zum Nachhören und –schauen: http://permateachers.eu/virtual-conference/

Mehr zur EUPC: www.eupc2012.de

 

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