illu illu2

eine/nachhaltige/kultur

Permakultur Akademie
Permakultur Institut e.V.
Im Garten 11
51503 Hoffnungsthal
Tel: 02205-9198383

Waldgärten

Wie es oft der Fall ist, werden gute Ideen an verschiedenen Orten zugleich geboren, ohne dass die Urheber etwas voneinander wussten. Auch Robert Hart aus England und Bill Mollison lernten sich erst kennen, als beide schon geraume Zeit an ihren Ideen gearbeitet hatten. Was Bill Mollison mit seinem Permakulturkonzept generell zu erreichen hoffte, nämlich gesunde, stabile Ökosysteme 

sammelnHimbeereWaldgemueseturm

zu schaffen, die in der Lage waren, die Bedürfnisse der Menschen nachhaltig zu befriedigen, hatte Robert Hart mit seiner Idee eines Waldgartens schon umzusetzen begonnen. Er und seine Mutter glaubten, dass ein Leben in der Natur mit gesundem Essen und gärtnerischer Arbeit das Beste für Roberts kranken Bruder wäre. Doch das Gemüsegärtnern stellte sich bald als zu aufwendig heraus und erlaubte es Robert Hart nicht, sich genügend um seinen Bruder zu kümmern. Zudem war er von Gandhis Idee fasziniert, dass Menschen und Gemeinschaften in der Lage sein sollten, sich vor Ort selbst versorgen zu können. Denn nur eine natürliche Lebensmittelversorgung vor Ort könne den Welthunger aber auch die Unfreiheit vieler Menschen beenden. Zum anderen war eine Gartenmethode gefragt, die Robert und sein Bruder bewältigen konnten und die trotzdem genügend Nahrung produzierte. Zu guter Letzt sollte der Garten auch ein gesundes Ökosystem darstellen, da Robert an die heilende Kraft einer gesunden Natur glaubte und spirituelle Nahrung in ihr fand. Seine Waldgartenidee verband all diese Ansprüche. Robert Hart pflanzte einen Garten, der wie ein natürlicher Wald funktionieren sollte. Die ungeheure Produktivität von Wäldern rührt vor allem daher, dass in ihnen viele Nischen in Raum und Zeit ausgenützt werden und die Pflanzen Funktionen für das gesamte System übernehmen. Sie leben oft in Symbiose und unterstützen sich gegenseitig in einem komplexen System. Robert Hart achtete bei seinem Wald zusätzlich darauf, dass alle Pflanzen auch einen direkten Nutzen für den Menschen hatten, in Form von Nahrung oder Medizin. So ersetzte er die Schichten des Waldes mit Nutzpflanzen, pflanzte für die Baumschichten Obstbäume, als Sträucher Fruchtsträucher. Darunter kamen Kräuter, mehrjähriges Gemüse und Knollengewächse. Vertikal und horizontal ließ er Bohnen, Wein und sogar Kiwis ranken. Eine dichte nährende Wildnis, die nach der Pflanzphase kaum Pflege benötigte, da sie fast ausschließlich aus mehrjährigen Pflanzen bestand.

 

Essbalkone

Nicht jeder kann sich einen Wald pflanzen, selbst wenn man einen kleinen Garten besitzen sollte - für einen Wald braucht man Platz. Aber die Idee Nischen zu füllen und somit den Platz optimal auszufüllen, so wie es in einem Waldgarten passiert, lässt sich auch auf sehr kleine Gärten, Balkone, ja sogar Fensterbänke übertragen. Tatsächlich lässt sich auf einem kleinen Balkon unter bester Ausnutzung des Sonneneinfalls, sowie aller vertikalen und horizontalen Flächen eine kleine essbare Wildnis erschaffen, die einen zwar nicht autark macht aber doch täglich etwas Frisches auf den Tisch bringt und zusätzlich einen wunderbaren Ort zum Entspannen und Träumen bereithält. Das Ehepaar Michael und Julia Guerra aus England erntet in ihrem 10 mal 4 m großen Garten ein jährliches Äquivalent von 37 Tonnen pro Hektar Lebensmittel (Whitefield, 1998). Ein gewaltiger Erfolg, der sich nur durch die optimale Kombination der Pflanzen und die Nutzung des Raumes verstehen lässt. Und das auf Grundlage ökologischer Gartentechniken, die den kleinen Garten wie einen Urwald aussehen lassen.

 

Soziale und Ökonomische Projekte

Die Überlegungen, die zu den erstaunlichen Garten- und Selbstversorgungskonzepten geführt haben, haben auch im Zusammenhang weiterer Themen Erfolge gezeigt. In Deutschland wurde das erste Tauschringtreffen durch das Permakultur Institut initiiert. Auch in Australien, dem Herkunftsland der Permakultur, gibt es viele Verknüpfungen zwischen Menschen, die Permakulturen gestalten und Projekten alternativer Wirtschaftsweisen in denen Tausch, Kooperation, Alternativ- und Komplementärwährungen im Zentrum stehen. Viele Aktivisten der Ökodorfbewegung sind gleichzeitig Permakulturaktivisten. Initiativen wie Carsharing, Gemüsekisten, Coops, Kultur- und Nachbarschaftsprojekte sind oft unter der Mitwirkung von Permakultur Designern entstanden. Und das hat seine Gründe. Denn hinter all diesen Initiativen, Projekten und Ideen stehen verwandte Philosophien und ähnliche Herangehensweisen. Sie sind nach gleichen Prinzipien geplant und durchgeführt. Denn Permakultur versteht sich als eine Designmethode; eine Methode also, mit der sich vielfältige Projekte gestalten lassen. Wenn wir im Alltag von Permakultur hören und sprechen, dann meinen wir meist die konkreten Resultate und Projekte eines guten Permakulturdesigns: Waldgärten, Ökodörfer, Essbalkone, Kräuterspiralen, Tauschringe und vieles mehr. Manche Menschen glauben Permakultur sei eine bestimmte Gartenbaumethode, so wie der biologisch-dynamische Gartenbau oder die organisch-biologische Methode. Doch Permakultur selbst ist vor allem eine Art die Welt zu gestalten.

 

Permakultur Akademie Permakultur Akademie Permakultur Akademie Permakultur Akademie Permakultur Akademie Permakultur Akademie Permakultur Akademie Permakultur Akademie Permakultur Akademie Permakultur Akademie Permakultur Akademie Permakultur Akademie Permakultur Akademie Permakultur Akademie Permakultur Akademie Permakultur Akademie Permakultur Akademie Permakultur Akademie Permakultur Akademie Permakultur Akademie Permakultur Akademie Permakultur Akademie Permakultur Akademie Permakultur Akademie Permakultur Akademie Permakultur Akademie Permakultur Akademie